
Seelenkreatives Malen - der Schlüssel zu mir
Ich möchte Dich gerne mitnehmen, auf eine Reise in die Welt der Farben und Formen. Ich möchte Dir ein wenig über das seelenkreative Malen erzählen. Wie ich dazu gekommen bin und welch unglaublich wertvoller Schatz sich für mich darin verbirgt.
Worum geht es?
Das seelenkreative Malen ist eine sanfte Einladung, sich selbst näherzukommen und in die eigene innere Welt einzutauchen. Es eröffnet einen Raum, in dem der Moment, so wie er ist, willkommen ist. Es kann darum gehen, bei sich selbst anzukommen, bewusst zu spüren und am Ende mit neuer Klarheit hervorzugehen. Vor allem aber geht es um die Freude am Gestalten.
Dieser kreative Prozess hat keinen Anspruch auf ein bestimmtes Ergebnis – es geht nicht darum, ein "perfektes" Bild zu erschaffen, sondern sich von Erwartungen zu befreien. Oft sind es nämlich unsere inneren Erwartungen, die Druck und Urteile über ein Werk formen - und letztendlich steht es oft damit in Verbindung, was wir über uns selbst glauben, wie wir uns selbst begegnen. Beim Malen darf dieser Leistungsdruck losgelassen werden. Es gibt kein "richtig" oder "falsch". Vielmehr geht es darum, zu erspüren, was das Bild im Moment braucht, um in Balance zu sein, und zu fühlen, was ich brauche, um meinem Ausdruck Raum zu geben – sowohl auf dem Blatt als auch in mir selbst. Was zählt, ist das Erleben des gegenwärtigen Moments.
Alles, was in uns ist, kann in Farben und Formen Ausdruck finden. Andersherum können Farben und Formen auf unser Inneres eine bestärkende Wirkung entfalten. Das Loslassen von Bewertungen ist dabei befreiend und ermöglicht es uns, in einen Zustand des "Seins" einzutauchen, anstatt uns auf eine Erwartung zu fokussieren.
Loslassen - In Verbindung mit sich selbst kommen
Loslassen hat etwas zutiefst Verbindendes. Das mag auf einen ersten Blick vielleicht widersprüchlich klingen, doch es bringt uns in Kontakt mit uns selbst. Gerade, wenn wir unsere eigenen Erwartungen loslassen, uns selbst keinen Druck machen, Gedanken loslassen und mit einer neugierigen und offenen Haltung ins Gestalten gehen.
Zu Beginn versuchen wir oft, mit dem Kopf an das Malen heranzugehen, wir machen uns Gedanken darüber, was wir malen möchten, wie ein Bild wohl gut aussieht und haben vielleicht Zweifel, dass wir nicht gut genug malen können. Wir fühlen uns blockiert. Wenn wir all das loslassen, geschieht etwas Wundervolles: Wir begegnen uns selbst im Prozess mit Offenheit und Neugierde. Loslassen befreit uns von dem Zwang, etwas Bestimmtes erreichen zu müssen und schenkt uns den Raum uns auszuprobieren. Wir dürfen uns selbst erlauben, spielerisch und wahrnehmend für den Moment zu sein.
Dieses Loslassen ist zugleich eine Form des Vertrauens – Vertrauen in den kreativen Prozess und das eigene Empfinden. Es ermöglicht uns, uns in all unseren Facetten zu erleben und uns so zu akzeptieren, wie wir sind. In dieser Akzeptanz liegt große Freiheit, die uns näher zu uns selbst bringt. Ich erinnere mich gut daran, dass mir das Loslassen Anfangs überhaupt nicht leicht viel. Mit dem Kopf hatte ich verstanden, worum es ging, doch ich konnte es nicht fühlen. Es ist ein Prozess und man darf sich dafür wirklich Zeit geben. Vielleicht gelingt es nicht immer gleich gut und das ist völlig in Ordnung. Je mehr ich den Druck mittlerweile für mich selbst herausnehmen kann, desto leichter fällt es mir. Desto mehr öffnete ich mich für eine tiefere Verbindung zu mir selbst. Und wichtig ist: Loslassen ist kein Kontrollverlust, sondern eine bewusste Hingabe, die uns mit dem Moment verbindet und uns die Freiheit schenkt, mit dem, was ist, zu sein.
Der Halt im Prozess
Loslassen erfordert Vertrauen – in den Prozess und das eigene Empfinden. Eine wunderbare Erfahrung, die ich beim Malen immer wieder mache, ist, dass ich mir mit einer offenen, neugierigen und in Wohlwollen zugewandten Haltung, Halt geben und mich im Prozess selbst gut unterstützen kann. Auch die gemalten Bilder können uns etwas Stabilisierendes und Haltgebendes vermitteln. Wir kommen beim Gestalten ganz im Hier und Jetzt an. Entdecken unsere eigene Selbstwirksamkeit und Schaffenskraft. Manchmal ist es auch eine bestimmte Farbe, eine Form oder ein bestimmtes Motiv, das uns ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.
Die Materialien als Unterstützung
Auch die Wahl des Materials spielt eine wichtige Rolle dabei, wie wir uns beim Malen fühlen. Oft wählen wir intuitiv genau das, was wir in dem Moment am meisten brauchen, auch wenn wir dies oft nicht bewusst steuern. Unsere Intuition zeigt uns, was uns guttut – wir dürfen uns darauf verlassen. Und auch hier darf man sich natürlich ausprobieren.
Ein Beispiel: Festere Stifte wie Kreiden oder Buntstifte haben eine erdende Wirkung. Sie bieten uns die Möglichkeit, Kraft und Stabilität zu spüren, wenn wir die Farben fest aufs Papier drücken. Wir erleben den Widerstand des Materials und spüren die Kraft unseres Körpers dadurch sehr gut. Aquarell- und Wasserfarben hingegen bringen Leichtigkeit mit sich – sie fließen sanft und können uns in einen Fluss bringen. Die Wahl der Farben kann einen wichtigen Unterschied machen.
Malen ohne Erwartung
Das Schöne am seelenkreativen Malen ist, dass es frei von Erwartungen ist. Es schafft einen Raum, um so zu sein, wie man im Moment ist, mit allem, was da ist. Es darf spielerisch erkundet werden, immer im Einklang mit dem eigenen Spüren und in Verbindung mit sich selbst.
Wenn ich Auftragsarbeiten für Kunden anfertige, ist der Prozess anders. Hier gibt es bestimmte Erwartungen und Vorgaben, die beachtet werden müssen. Diese Arbeit ist ebenfalls wertvoll und meditativ, aber sie hat einen anderen Fokus. Hier steht die Technik im Vordergrund – was soll das Bild ausdrücken, wie soll es am Ende aussehen? Diese Arbeit ist mehr von äußeren Anforderungen geprägt, doch auch hier bleibt immer eine innere Verbindung, ein Einfühlen in das Werk. Nur wenn ich mich authentisch einlasse, kann ich ein Bild erschaffen, das wirklich berührt. Auch, wenn es Vorgaben gibt, fließt immer ein Teil von mir in das Werk ein – ich versuche es zu fühlen. So wird es lebendig und persönlich.
Wie ich das Malen für mich Entdeckte
Meine Leidenschaft für das Malen entdeckte ich recht früh. Als ich zum ersten Mal in einem Museum stand – ich war noch ein Kind – war ich fasziniert von den meterhohen Bildern, die dort an den Wänden hingen. Ich konnte stundenlang vor einem Bild verweilen, ohne jemals Langeweile zu empfinden. Bis heute hat sich daran nichts geändert.
Das Betrachten von den hundert Jahre alten Bildern im Museum, hat für mich etwas Ehrfurchtgebietendes. Es ist, als ob die Seelen der Künstler in den Bildern weiterleben. Diese Verbindung über Zeit und Raum hinweg, finde ich faszinierend. Kunst hat etwas Verbindendes und zutiefst menschliches. Manche Bilder resonieren stärker mit uns als andere – doch wenn uns ein Bild berührt, erkennen wir vielleicht auch ein Stück von uns selbst darin.
Als ich Kunstgeschichte studierte, lernte ich, wahrnehmend zu sein, die Bilder aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Ich hatte Freude dabei, zu entdecken und zu erforschen, doch das akademische Umfeld erfüllte mich nie ganz. Es war mir zu viel Wissenschaft – zu wenig Gefühl. Irgendwann konnte ich das Bedürfnis, selbst zu malen, nicht länger ignorieren. Ich wollte die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, zu malen, anstatt nur Betrachterin zu sein. Diese eigenen Erfahrungen erwiesen sich für mich als wertvoller Schlüssel, um Kunst tiefer zu verstehen. Kunst kann so vieles in uns bewirken – sie kann verbinden und gleichzeitig auf eine wohltuende Art in jedem von uns etwas entfalten. Letztes Jahr hatte ich das Privileg, von der wundervollen Kunsttherapeutin Vanessa Sharma lernen zu dürfen. Ihre Arbeit schätze ich sehr, und die Ausbildung bei ihr, in der ich lernte, seelenkreative Räume zu halten, ist eine große Bereicherung für mich auf meinem Weg.
Ein Schlüssel zur inneren Welt
Es berührt mich tief, zu sehen, wenn Menschen beim Malen auf ihr Bild blicken und dabei nicht nur das Bild sehen, sondern auch für sich selbst etwas neu entdecken. Oft sind es Stolz, Freude oder Erleichterung, die das Malen hervorruft. Ich empfinde es als großes Geschenk, diesen Prozess begleiten zu dürfen. Es ist berührend, wie überrascht Menschen oft sind, wenn sie sehen, dass sie aus dem Nichts etwas erschaffen haben, obwohl sie zuvor dachten, nicht malen zu können. Oft ist dieses Erfolgserlebnis allein schon eine große Bereicherung. Darüber hinaus ist das entstandene Werk immer etwas sehr Persönliches. Emil Nolde sagte nicht ohne Grund: "Bilder sind spirituelle Wesen. Die Seele des Malers lebt in ihnen." Genau das erlebe ich immer wieder selbst.
Vielleicht spürst auch Du in Dir den Wunsch, Deiner Seele Ausdruck zu verleihen? Trau Dich, den ersten Pinselstrich zu setzen – Du wirst überrascht sein, was in Dir steckt.
Ich danke Dir herzlichst für Deine Aufmerksamkeit.
Liebe Grüße
Sandra

Die Zeit zwischen den Jahren - ein Geschenk der Entschleunigung - ankommen bei uns selbst
Die Zeit zwischen den Jahren ist eine Übergangszeit, in der vieles stillzustehen scheint und doch in Bewegung ist. In diesen Tagen scheint die Zeit langsamer zu vergehen. Der Alltag tritt in den Hintergrund, und wir können vielleicht eine wohltuende Entschleunigung spüren.
Im Folgenden möchte ich gerne meine persönlichen Gedanken mit Dir teilen. Es sind Überlegungen zu dem Potenzial und der Qualität dieser Zeit. Ich habe sie als Inspiration genommen, um einmal darüber nachzudenken, was uns Halt gibt, und wann uns Strukturen vielleicht eher einengen als unterstützen.
Was bleibt von uns, wenn äußere Erwartungen und Strukturen für einen Moment wegfallen? Wer sind wir, wenn der gewohnte Rhythmus unterbrochen wird?
Ich wünsche Dir viel Freude und wertvolle Erkenntnisse beim Lesen.
Strukturen hinterfragen – Halten sie uns oder halten sie uns fest?
Manchmal folgen wir bestimmten Strukturen, ohne sie wirklich zu hinterfragen. Warum eigentlich? Tun sie uns gut oder engen sie uns ein? Halten sie uns oder halten sie uns fest?
Vielleicht sind sie aus äußeren Erwartungen heraus entstanden, vielleicht geben sie vermeintliche Sicherheit. Doch was, wenn sie uns in Wahrheit mehr belasten als unterstützen? Wenn sie uns von uns selbst entfernen, statt uns mit uns zu verbinden?
Der Druck, den wir uns selbst machen
In einem Gespräch mit einer Freundin haben wir darüber gesprochen, wie herausfordernd es sein kann, dem eigenen Leben eine Struktur zu geben und dieser auch zu folgen – auf eine Weise, die uns nicht einengt, sondern vielmehr Orientierung und Halt gibt.
In der Theorie klingt das wunderbar, doch dann kommt etwas dazwischen, das sich Leben nennt. Plötzlich merken wir, wie schwer es sein kann, sich an selbst gesetzte Bedingungen zu halten. Manchmal beginnen uns diese gut gemeinten Strukturen sogar zu stressen. Womöglich fühlen wir uns schlecht oder werten uns ab, wenn wir unsere eigenen Regeln nicht einhalten können.
Dabei haben wir entdeckt, dass sich etwas verändert, wenn wir uns Erlaubnis geben.
Sich selbst Erlaubnis schenken
Sich Erlaubnis zu geben, bedeutet, den Druck, den man sich selbst auferlegt hat, bewusst loszulassen. Statt uns an starren Vorgaben zu orientieren, können wir uns erlauben, flexibel auf die Gegebenheiten des Moments zu reagieren – ohne dabei das Gefühl für uns selbst zu verlieren.
Wenn ich zum Beispiel von meinem eigentlich gutgemeinten Vorsatz, immer um 23 Uhr ins Bett zu gehen, einmal abweiche und erst gegen 1 Uhr nachts schlafen gehe – oder wenn ich die Nacht über wach liege und krampfhaft versuche, wieder einzuschlafen, weil am nächsten Tag etwas Wichtiges ansteht und ich ausgeschlafen sein möchte – dann mache ich mir selbst enormen Druck.
Doch wenn ich mir in diesem Moment erlaube:
"Es ist okay. Ich muss jetzt nicht schlafen, wenn mein Körper das gerade nicht kann. Es ist okay, im Moment. Und morgen ist morgen. Ich brauche mir jetzt keine Gedanken darüber zu machen."
... dann wird es oft leichter.
Was wäre denn das Schlimmste, was passieren könnte? Dass ich vielleicht nicht ausgeschlafen bin... vielleicht mit tiefen Augenringen aufwache oder beim wichtigen Termin müde bin… und dann? Ja, was wäre dann? Es wäre kein Weltuntergang.
Die Kunst der Flexibilität
Vielleicht liegt genau hier eine wertvolle Erkenntnis: Nicht alles muss so bleiben, wie es ist. Strukturen sind nichts Festes, sondern dürfen sich mit uns verändern, genau wie sich unsere eigenen Grenzen erweitern und allgemein verändern dürfen.
Es ist wie ein Gemälde: Während ich male, verändert es sich mit mir. Vielleicht kommen neue Farben hinzu, vielleicht übermale ich etwas, damit es wieder stimmig ist. Genau so dürfen auch unsere Grenzen und Strukturen mit uns wachsen – flexibel, anpassbar, lebendig.
Wir dürfen uns bewusst machen: Wir haben immer die Möglichkeit, etwas zu verändern. Manchmal braucht es nur einen kleinen Impuls, einen neuen Blickwinkel oder einen einzigen Pinselstrich, damit sich alles anders anfühlt.
Ein wertvolles Geschenk
Wenn wir uns selbst Erlaubnis geben, einfach zu sein, legen wir den Grundstein für inneren Frieden. Erlaubnis kann Türen öffnen: Türen zu einem Raum, in dem wir ohne Erwartungen, ohne Druck sein dürfen.
Vielleicht magst Du die Zeit zwischen den Jahren als Einladung sehen, innezuhalten, zu spüren und das Leben in Ruhe zu betrachten. Nicht zu bewerten, sondern nur wahrzunehmen – in der Natur, in Deinem Leben und in Dir selbst.
Es gibt nichts zu erreichen. Nur zu sein.
Wofür magst Du Dir heute ein klein wenig mehr die Erlaubnis geben?

Die eigenen Bedürfnisse (an)erkennen und für sie einstehen
Wie oft gelingt es Dir, für Deine eigenen Bedürfnisse einzustehen? Wie gut nimmst Du sie wahr? Und was passiert, wenn Du Dich anpasst, nur um die Erwartungen anderer zu erfüllen?
In diesem Text möchte ich meine eigenen, persönlichen Erfahrungen mit Dir teilen. Es ist nur aus meiner Sicht und aus meinem Erleben heraus. Vielleicht möchtest Du ein wenig Inspiration für Dich selbst daraus mitnehmen und Deine eigenen Gedanken und Erlebnisse erkunden.
Ich wünsche Dir viel Freude dabei.
Auf einen ersten Bilck erscheint es vielleicht paradox - wir passen uns an, in der Hoffnung, anerkannt zu werden, und verlieren dabei das Wichtigste – uns selbst. Wenn wir unsere Bedürfnisse ignorieren oder übergehen, opfern wir nicht nur unsere Authentizität, sondern auch unsere Selbstachtung. Diese innere Selbstaufgabe bringt uns nicht das Erhoffte, nämlich man selbst zu sein, sondern lässt uns oft leer, überreizt und frustriert zurück.
Sich selbst liebevoll zuzuwenden, führt zu einer viel tieferen Form der Erfüllung und des Respekts – nicht nur von außen, sondern vor allem von uns selbst. Wahre Anerkennung beginnt mit der Achtung, die wir uns selbst entgegenbringen.
Auch, wenn das logisch erscheint, fällt es uns oft schwer, für unsere Bedürfnisse einzustehen. Warum ist das so?
Vielleicht hilft es einmal, das eigene Verhalten aus einer beobachtenden Perspektive zu betrachten. Was fühlst Du, wenn Du ein Bedürfnis von Dir übergehst? Und was befürchtest Du, könnte passieren, wenn Du für Dein Bedürfnis einstehst?
Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte?
Und was wäre das Beste?
Ich habe für mich selbst herausgefunden, dass tief verwurzelte Ängste es mir besonders in sozialen Situationen schwer machen, auf meine eigenen Bedürfnisse zu hören. Obwohl ich sie meist deutlich wahrnehme und wüsste, was zu tun wäre, schiebe ich sie beiseite und passe mich an, aus der Angst, die Erwartungen der anderen nicht erfüllen zu können. Dabei merke ich, wie ich mich zunehmend unwohler fühle und mich selbst immer mehr an das Außen verliere.
Ein Beispiel ist mein Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe, wenn ich nach mehreren Stunden eines Treffens merke, dass ich an meine Grenzen komme. Meine innere Stimme sagt mir: "Das war schön, aber jetzt ist es genug. Zeit für Ruhe." Mein Körper kommuniziert mir dieselbe Botschaft auf seine Weise: Ich spüre, wie ich verkrampfe, habe Kopfschmerzen und es fällt mir immer schwerer, mich noch wirklich gut zu konzentrieren. Manchmal verschwimmt mein Blick und ich bin mit meinen Gedanken nicht mehr wirklich anwesend. All das sind Hinweise darauf, dass ich eine Pause brauche. Doch dann meldet sich die Stimme, die mir sagt: "Halte durch, es sind ja nur noch drei Stunden. Du kannst jetzt nicht einfach nach Hause gehen. Die anderen halten doch auch durch. Wenn Du jetzt gehst, wäre das unangebracht. Die anderen werden Dich belächeln, nicht verstehen und sich abwenden."
Ich schenke dieser Befürchtung Glauben und halte durch...
Vielleicht könnte ich einfach für ein paar Minuten auf die Toilette gehen, um mal durchzuatmen? Andererseits, alle würden mich ansehen, wenn ich jetzt aufstehe und durch den Raum laufe. Ich möchte die Aufmerksamkeit nicht auf mich ziehen und riskieren, von allen angestarrt zu werden. Sie würden bestimmt bemerken, wie verletzlich ich mich im Moment fühle ... also bleibe ich sitzen.
Ich öffne das Fenster. Die kühle, frische Luft und der Anblick der Bäume, deren Blätter sanft im Wind tanzen, beruhigen mich. Wie gerne wäre ich jetzt draußen. Ich fühle die Sehnsucht, gemeinsam mit den Blättern zu tanzen, den Wind in meinen Haaren zu spüren und die Sonne auf meiner Haut zu genießen... Ich sehe auf die Uhr – es sind erst zehn Minuten vergangen. Warum vergeht die Zeit nur so furchtbar langsam? Ich bin müde und mein Rücken schmerzt. Dieser harte Stuhl ist sowas von unbequem...
Warum ist meine Angst so überwältigend, dass ich all das in Kauf nehme? Es könnte mir doch egal sein, was die anderen von mir halten, ob sie mich verstehen oder nicht. Viele der Anwesenden werde ich vermutlich nie wiedersehen. Warum schaffe ich es also nicht, einfach aufzustehen und zu sagen, dass ich eine Pause brauche oder nach Hause gehen werde?
Ich glaube, dass unter dieser Angst eine tiefere Angst verborgen liegt: die Angst, verlassen zu werden. Würden mich die anderen ablehnen oder sich von mir distanzieren, wäre ich allein.
Die Angst vor dem Verlassensein ist so mächtig, dass sie uns davon abhält, ehrlich zu uns selbst zu sein. Als Babys und als Kinder waren wir auf Gemeinschaft oder unsere Eltern angewiese, um zu überleben. Diese Urangst ist letztendlich keine geringere, als die Angst um unser Überleben. Daher ist es nur logisch, dass wir unbewusst alles daran setzen werden, um nicht verlassen zu werden.
Allerdings darf man sich in den heutigen Situationen auch selbst die Frage stellen: Wäre mein Leben im Hier und Jetzt wirklich in Gefahr, wenn ich jetzt in diesem Moment einfach aufstehe und nach Hause gehe? Wenn ich für meine Bedürfnisse einstehe und Grenzen setze?
Es kann befreiend sein, zu erkennen, dass diese Ängste zwar real erscheinen, aber in der heutigen Realität oft nicht die gleiche Bedeutung haben. Selbst, wenn andere mein Verhalten nicht verstehen, wäre mein Leben nicht bedroht. Selbst, wenn andere mich dadurch ausgrenzen würden - ich wäre in Sicherheit und nicht wirklich in Gefahr.
Aus eigenem Erleben weiß ich: Korrigierende Erfahrungen können wahre Wunder bewirken. Wenn ich es immer wieder in kleinen Schritten schaffe, für meine Bedürfnisse einzustehen, kann ich erkennen, dass überhaupt nichts Schlimmes passiert. Es ist absolut sicher, für die eigenen Bedürfnisse einzutreten. Andere respektieren mich dann sogar vielmehr und lehnen mich in der Regel nicht wie befürchtet ab. Und selbst, wenn mich jemand ablehnen würde, wäre das kein Weltuntergang. Wenn es tatsächlich der Fall wäre könnte ich ja schauen, wer lehnt mich denn ab? Fühle ich mich mit ihm oder ihr wirklich verbunden? Freunde und Menschen, denen wir wichtig sind, sind oft viel toleranter mit uns, als wir es selbst sind.
Wenn ich für meine Bedürfnisse einstehe, schenke ich mir selbst die Anerkennung, die ich sonst im Außen gesucht hätte. So bliebe ich viel leichter in meiner Kraft und verliere mich nicht mehr so schnell an das Außen.
Die eigenen Bedürfnisse sind wertvolle Wegweiser. Sie sind kein Problem oder Hindernis. Du hast jedes Recht, sie zu äußern und für sie einzustehen, um mit Dir selbst verbunden zu bleiben. Wir dürfen es uns also selbst Wert sein, den Raum für unsere Bedürfnisse zu wahren, anzuerkennen und für sie einzustehen - natürlich immer mit einem liebevollen Blick auf uns selbst, ohne in be- oder abwertendes Verhalten zu verfallen, wenn es uns einmal nicht gelingen mag.
Deine Art, die Welt zu erleben, ist einzigartig. Sich selbst abzuwerten oder auch das Vergleichen mit anderen ist belastend, denn oft schneiden wir selbst dabei schlechter ab. Wir müssen nicht genauso viel aushalten oder durchhalten wie andere. Wenn man merkt, dass man ins Vergleichen oder Abwerten verfällt, vielleicht könnte man sich liebevoll fragen, worum es einem wirklich geht. "Was ist mir wirklich wichtig in meinem Leben?" Ich erinnere mich dann immer wieder liebevoll daran, worum es mir im Leben geht: Um Einzigartigkeit, Individualität, Toleranz und Verständnis. Es geht für mich um ein gegenseitiges Bereichern, nicht um ein Ausgrenzen oder Bewerten. Diese Qualitäten möchte ich nicht nur anderen, sondern auch mir selbst entgegenbringen. Denn wir sind alle gleich wertvoll. Und ich kann die Grenzen und Bedürfnisse des anderen besser wahrnehmen und anerkennen, wenn ich wahrnehmend für meine eigenen Grenzen und Bedürfnisse bin.

In vorgegebenen Strukturen die eigene Freiheit finden
In einer Welt, die uns zu Eigenverantwortung ermutigt und gleichzeitig starre Rahmen vorgibt, ist es nicht immer leicht, ein Gleichgewicht zwischen Freiheit und Sicherheit zu finden. Vielleicht kennst Du das Gefühl, Dich manchmal in einem Netz aus Erwartungen, Regeln und Verpflichtungen gefangen zu fühlen?
Ich selbst habe diese Spannung oft in meinem Alltag gespürt, zum Beispiel in meiner Kindheit in der Schule. Stundenlang am selben Platz sitzen, die eigenen Bedürfnisse ignorieren – das fiel mir schwer. Der Raum, geprägt von grauen Betonwänden und flackerndem Licht, wirkte auf mich wenig einladend. Das stundenlange Bewältigen von Matheaufgaben war für mich eine Qual. Ich fühlte mich oft beobachtet und unter Druck gesetzt. Manchmal war mir die Umgebung zu wild und laut – wie sollte ich mich bei all dem Gewusel konzentrieren? Manchmal fühlte ich mich wie ein Fisch, der danach beurteilt wurde, wie gut er auf einen Baum klettern kann.
Die Dinge, die mir wirklich wichtig waren, schienen in diesem Umfeld keinen Platz zu haben. Anstatt mich mit Rechenaufgaben herumzuschlagen, die ich nicht wirklich verstand, stellte ich mir vor, wie es wäre, wenn die gelbe, sanftmütige 2 die griesgrämische, waldgrüne 7 sympathisch finden würde. Ich fragte mich auch oft, ob die Lehrerin wirklich so motiviert war, wie sie tat. Manchmal spürte ich eine unausgesprochene Spannung, die mich ahnen ließ, dass auch sie am liebsten ganz woanders gewesen wäre.
Diese Spannung zwischen dem Wunsch nach Freiheit und der Sicherheit, die feste Strukturen bieten, kann verwirrend sein. Doch wenn wir uns dieser Spannung bewusst sind, bietet sie uns eine Chance: Sie ermutigt uns, unseren eigenen authentischen Weg zu gehen.
Eine interessante Frage wäre es doch, einmal zu fragen, inwieweit es möglich ist, innerhalb der äußeren Strukturen eigene Freiräume zu schaffen. Ist es überhaupt erstrebenswert, völlig losgelöst vom Außen zu sein?
Was sind das für Strukturen, die uns umgeben, und welche Wirkung haben sie auf uns?
Äußere Strukturen: Halt oder Begrenzung?
Strukturen können uns auf unterschiedliche Weise beeinflussen: Einerseits können sie uns einengen und daran hindern, eigene Wege zu gehen, wenn wir uns in einem Umfeld befinden, das uns nicht guttut. Ein Beispiel ist ein Job, der uns keine Erfüllung bringt und uns dazu anhält, lediglich zu funktionieren und die Tage irgendwie zu "überstehen". Andererseits können äußere Strukturen auch Halt und Sicherheit bieten. Sie geben uns ein Fundament, auf dem wir unsere eigenen Strukturen aufbauen können. Ein solcher Boden kann uns erst dazu bringen, mutig zu sein und eigene Wege zu gehen, weil wir uns durch das Fundament getragen fühlen.
Wie finde ich heraus, ob Strukturen mir guttun?
Aus meiner eigenen bisherigen Erfahrung, ist es ein guter erster Schritt, den Blick nach innen zu richten. Zu fragen: Was sind meine eigenen Wünsche und Ziele? Welche Werte sind mir wichtig? Und noch viel wichtiger: Wie fühle ich mich damit?
Wenn ich Strukturen als einengend empfinde, kann es daran liegen, dass sie nicht mit meinen Werten übereinstimmen.
Nehmen wir noch einmal das Beispiel eines Jobs: Wenn ich jeden Tag lustlos aufstehe, um pünktlich um acht Uhr im Büro zu sein, und einer monotonen Tätigkeit nachgehe, die sich endlos hinzieht und mir wenig Freude bringt, könnte es sinnvoll sein, innezuhalten und zu fragen: Entspricht das wirklich meinen Werten? Wie fühle ich mich in meinem Alltag?
Was genau macht mich unzufrieden? Wie könnte ich mich fühlen, wenn sich dieser Aspekt verändern würde? Manchmal genügt schon eine kleine Veränderung, um große Erleichterung zu spüren. Vielleicht auch zu fragen: Was müsste sich verändern, damit ich zufrieden sein kann? Und was brauche ich, um dorthin zu kommen?
Innere Begrenzungen erkennen
Oft glauben wir, dass äußere Umstände unsere Freiheit einschränken. Doch genauso häufig sind es innere Begrenzungen – alte Glaubenssätze oder gesellschaftliche Erwartungen, die wir verinnerlicht haben – die uns zurückhalten. Was wäre, wenn wir diese inneren Grenzen erkennen und verändern könnten?
Es heißt, jede Veränderung beginnt mit einem kleinen Schritt im Inneren. Mahatma Gandhi sagte: "Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst." Manchmal sind es die kleinen Freiräume, in denen wir Neues wagen, die den Unterschied machen.
Mutig den eigenen Weg gehen
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz der
Angst zu handeln, den Weg mit ihr gemeinsam zu gehen. Gib Dir die Erlaubnis, Fehler zu machen und aus ihnen zu
lernen.
Was kannst ich tun, um auf meinem eigenen Weg einen kleinen Schritt weiterzukommen? Wo geben mir Strukturen Halt, und wo engen sie mich ein?
Eine kreative Übung:
Als ich über diese Fragen nachdachte, brachte mich das Reflektieren und Nachdenken darüber allein nicht weiter. Meine Gedanken drehten sich im Kreis. Ich wollte ins Tun kommen. Diese Malübung hat mir geholfen, einmal auf spielerische weise das eigene Empfinden von Struktur zu erkunden. Vielleicht inspiriert sie Dich, es auch einmal auszuprobieren:
Nimm Dir ein Blatt Papier und einen Stift. Beginne mit einer willkürlichen Linie auf dem leeren Blatt. Diese Linie symbolisiert die Strukturen, die uns umgeben – gesellschaftliche Normen, familiäre Erwartungen oder unsere eigenen Vorstellungen. Wenn Du diese Linie weiter malst, werden sich neue Räume öffnen: Räume entstehen an jenen Stellen, an denen sich die Linie selbst überlagert. Diese Räume kannst Du nun mit eigenen Formen und Farben füllen und so Deinen individuellen Weg gestalten.
Mir wurde bewusst, dass vorgegebene Linien nicht nur Grenzen darstellen, sondern auch ein Fundament bilden können, von dem aus ich gestalten kann. Dieser Halt gibt mir den Mut, über die Linien hinauszugehen und neue, eigene Formen zu schaffen. Du kannst spielerisch damit experimentieren: Wie fühlt es sich an, innerhalb der Linien zu bleiben? Wie fühlt es sich an, diese zu übermalen oder völlig eigene Formen entstehen zu lassen?
Der kleine Schritt, eine Linie zu ziehen, kann plötzlich neue Welten eröffnen. Was wäre, wenn auch im Leben diese kleinen Schritte große Wirkung entfalten könnten? Experimentiere gerne damit und finde heraus, was sich für Dich stimmig anfühlt. Es gibt dabei kein richtig oder falsch – es darf alles sein, genauso wie es ist.
Ich wünsche Dir viel Freude und bereichernde Erkenntnisse beim Ausprobieren - und den Mut, Dich auf Deinen eigenen Weg zu begeben.

Loslassen - im Wandel Neues entstehen lassen
Der Herbst kommt in großen Schritten – eine Jahreszeit, in der die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken. Doch der Herbst bringt auch eine prachtvolle Farbenvielfalt und eine ganz besondere Wärme mit sich. Ein Blick nach draußen zeigt, wie die grünen Blätter sich in leuchtendes Rot, Orange und Goldgelb verwandeln – ein Anblick, der immer wieder wie ein kleines Wunder wirkt.
Was fühlst Du, wenn die ersten Blätter zu Boden fallen und die Tage kürzer werden? Spürst Du auch diese leise Melancholie, die in der Luft liegt, als würde der Sommer Abschied nehmen? Diese Stimmung erinnert mich daran, dass alles im Leben vergänglich ist, auch die eigene Vergänglichkeit wird mir in solchen Momenten bewusst. Vielleicht mag es Dir ähnlich gehen? Gerade dieses Bewusstsein kann uns helfen, das Leben als wertvolles Geschenk zu schätzen und die kleinen Dinge nicht als selbstverständlich zu betrachten. Ohne diese Achtsamkeit erkennen wir oft erst, wie kostbar etwas war, wenn es bereits vergangen ist.
Die Bäume lassen ihre Blätter los, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Sie verabschieden sich von einem Teil von sich selbst, den sie nun nicht mehr benötigen, um Platz für Neues zu schaffen. Sie vertrauen auf den natürlichen Rhythmus der Natur, die sich stetig verändert.
Wandel bedeutet immer auch, etwas loszulassen, um Neues willkommen zu heißen. Vielleicht kann uns das als Inspiration dienen, um uns selbst zu fragen: Was in meinem Leben bin ich bereit, loszulassen? Und was darf Neues entstehen?
Loslassen bedeutet für mich, in Frieden mit dem zu kommen, was ich gehen lassen möchte. Vielleicht noch viel wichtiger: In Frieden mit jenem Teil von mir zu kommen, der daran festhält. Ihm zuzuhören, um zu erkennen, was er wirklich braucht.
Nur im Frieden und im Vertrauen kann ich loslassen. Im Widerstand wird das Loslassen fast unmöglich. Das Loslassen kann manchmal - und das ist nur aus meiner persönlichen Erfahrung - ein Prozess sein. Loslassen erfolgt oft in Wellen. Die Balance zwischen Loslassen - Annehmen und Transformation zu finden erinnert mich ein wenig daran, als würde man eine Spiralform nachgehen. Ich kann sie von innen nach außen oder von außen nach innen ablaufen. Nachfühlen, an welchem Punkt ich Ausgleich oder Balance wahrnehmen kann. Es ist ein stetiges Ausjustieren: Wie weit kann ich nach außen gehen oder wann möchte ich wieder weiter nach innen gehen.
Alles hat einen guten Grund, auch der Teil, der nicht loslassen möchte, den wir vielleicht als Widerstand in uns fühlen. Es kann hilfreich sein, sich erstmal diesem vermeintlichen Widerstand zuzuwenden. Zu schauen, warum er da ist, welche Aufgabe er erfüllt und was er uns vielleicht mitteilen möchte. Oft steckt hinter diesem Teil eine unbewusste Angst, eine Unsicherheit, oder der Wunsch nach Kontrolle. Indem wir uns mitfühlend und neugierig dem widmen, was in uns aufkommt, geben wir uns die Möglichkeit, diesen Teil besser zu verstehen, anstatt ihn loswerden zu wollen. Wenn wir ihn würdigen, uns ihm sanft nähern, können wir diesen Teil von uns selbst besser annehmen. Der Prozess des Loslassens kann auf eine ganz natürliche Weise stattfinden, in kleinen Schritten, in Momenten des Vertrauens, in denen wir spüren, dass wir sicher sind, auch ohne an Altem festzuhalten.
Vertrauen ist der Schlüssel – das Vertrauen darauf, dass die Leere, die durch das Loslassen entsteht, gleichzeitig ein Raum für Wachstum und Veränderung sein kann. Dass ich diesen Raum selbst als solchen erkennen und in mir für das Neue halten kann. Gleichzeitig auch, dass ich mich in meiner Umgebung sicher fühle, dass sich das Loslassen für mich sicher anfühlen kann. Hier geht es oftmals darum, in kleinen Schritten vorzugehen und sich selbst die Zeit dafür zu geben, die es braucht. Jeder kleinen Schritt ist ein wertvoller Schritt auf dem eigenen Weg.
Loslassen kann ein schmerzvoller Prozess sein, doch zugleich liegt so viel Potenzial darin, uns selbst auf neue Art und Weise zu entdecken. Vielleicht neue Seiten von uns zu sehen, die schon immer tief in uns waren, denen wir bisher keinen Raum geben konnten, weil wir damit beschäftigt waren, ihn für so viel anderes zu halten.
Im Leben gibt es immer wieder Abschnitte, die von diesem Prozess des Loslassens und des Öffnens für Neues geprägt sind. Genau darin liegt die Chance für Wachstum.
Vielleicht fragst Du Dich: Wie gelingt mir das Loslassen? Was halte ich fest, das mir nicht mehr guttut? Manchmal erfordert es Mut, sich diese Fragen authentisch zu stellen, manchmal hat man vielleicht keine Antwort darauf. Und auch das ist okay. Bewusstsein und Klarheit darüber zu erlangen, kann helfen, um sich von Altem zu lösen. Aber ebenso wichtig ist es, ins Spüren zu kommen. Was tut mir jetzt gut? Wofür möchte ich mich öffnen? Was bin ich bereit, loszulassen, um Raum für Neues zu schaffen? Und wie kann ich mich sicher fühlen?
Der Prozess des Loslassens ist immer auch ein Prozess des Annehmens. Loslassen und Annehmen gehören zusammen. Das Loslassen kann uns dazu einladen, uns für neue Erfahrungen zu öffnen. Wie es die Bäume ebenfalls tun - sich dem Wandel des Lebens hinzugeben, im Vertrauen darauf, dass zur richtigen Zeit gehen darf, was gehen möchte und daraus Neues entstehen darf, wenn wir uns dafür öffnen.
Alles Liebe